Erkenntnisse einer Woche

Montag, 21. März 2011

Letzte Woche war wirklich super stressig, dem entsprechend war ich auch kaum im Internet unterwegs und habe sowohl Blogs als auch das NSF schändlich vernachlässigt. Rückblickend betrachtet konnte ich aber eine Menge Lehren aus ihr ziehen.

Also erstens zwei Prüfungen, die man beide unbedingt bestehen muss, an ein und dem selben Tag zu haben, ist so ungefähr das Furchtbarste, dass man als Student so vorgesetzt bekommen kann.
Und wo wir gerade schon dabei sind, zweitens: Falls ich irgendwann mal wieder jemanden sagen höre, dass Studenten faul sind, sehe ich mich wohl dazu genötigt demjenigen die Zähne auszuschlagen. Es sei denn er bezieht sich auf welche die irgendeine Blabla-o-logie studieren. Dann sei es gestattet.

Drittens, wenn die Freundin morgens um 5:15h mit einem aufsteht um einem Brötchen für die Fahrt zu schmieren, weil man jetzt 5 Tage auf eine Tagung fährt, ist das wohl peinlich. Wenn sie um 0:30h des selben Tages noch schnell Pizzaschnecken backt, die man dann morgens mitnehmen kann, ist es das nicht. Versteh einer die Männer...
Viertens, Strohwitwe sein ist manchmal gar nicht so schlecht, man kann unmöglichen Kram in sich reinstopfen und einfach mal faul sein.
Fünftes: Strohwitwe ist ein bescheuertes Wort.

Sechstens, bin ich total begeistert von Salzseife. Ich habe heute zum ersten Mal mit einer geduscht, sie kam aus dem Seifenwanderpaket und ist einfach herrlich. Ich habe zwar auch schon eine gesiedet, aber noch nicht angewaschen. Jetzt muss ich dringend noch eine sieden. Außerdem hätte ich gerne ein Stück Soleseife, damit ich auch weiß, wie die so ist.

Es folgt Siebtens, die bekloppteste Erkenntnis der Woche. Also es fing damit an, dass ich in der Innenstadt aus dem Bus stieg um schnell noch ein Brot zu kaufen, als ich von einem Kerl mit orange! gebleichten Haaren und schwarzen Augenbrauen angequatscht wurde, was ich davon hielte die Innenstadt behindertenfreundlicher zu machen (er kam von einem entsprechenden Verein, die ihren Infostand dort aufgebaut hatten). Fand ich super, in die alten Straßenbahnen kommt man schon als normaler Mensch kaum rein. Soweit so gut, das Übel fing an als er mich fragte: "Darf ich fragen wie alt Du bist?" Du. du... also auch wenn der Kerl etwa genauso alt ist wie ich, dutzt man doch nicht einfach wildfremde Menschen, ich fand das nicht sehr höflich. Aber nett wie ich bin antworte ich: 23. Er vollkommen überrascht, oh ich hätte dich (ja da ist es schon wieder) eher auf 17 geschätzt. 17??? Siebzehn??? Meine kleine Schwester ist 17 und der hält mich für eine 17 jährige Rotzgöre??? Ich wusste erstmal gar nicht was ich sagen sollte außer ein sehr aufgebrachtes "Wie bitte?" Er hat dann behauptet das das ja ein Kompliment sei. Anm. d. A. : Liebe Männerwelt, es ist erst ein Kompliment eine Frau jünger zu schätzen, wenn sie ENDE 20 ist. Ich hab ihn dann einfach stehen lassen, und er hat gelacht. Gelacht. Wenn ich so einen schwarzen Monobraue-Balken im Gesicht, und furchtbar "blondierte" Haare hätte würde ich nicht so lachen. Pah! In der Bahn nach hause ist mir dann aufgefallen, dass ich mit 14 immer von irgendwelchen ADAC-Leuten angequatscht wurde, die mir eine Mitgliedschaft andrehen wollten, und nie geglaubt haben, dass ich nicht 18 sondern 14 bin. Fazit: Ich sehe schon seit 9 Jahren exakt gleich aus. Na vielen Dank auch.

Erkenntnis Nummer 8 ist wieder eine sehr Positive. Offenbar bin ich unglaublich schlau. Denn obwohl ich nur 1,5 Tage für die erste und 3 Stunden für die 2te Prüfung lernen konnte, habe ich in meiner mündlichen Chemieprüfung 1,7 bekommen und in Strahlenbio mit 2,0 die zweitbeste Klausur geschrieben. Wie das genau passiert ist, kann ich mir immernoch nicht erklären. Glück der Tüchtigen kann es jedenfalls nicht gewesen sein... Jetzt sind es nur noch 2 Klausuren, ein Seminarvortrag, ein Protokoll und ein Praktikum und dann, ach dann geht das neue Semester wieder los. Ja das waren dann genau, hm mal überlegen, ... 0 Ferientage. Wie schön.

Neuntens, es ist total kacke, wenn sich der Freund und der beste Freund in der gleichen Woche überlegen nicht da zu sein. Ersterer ist auf der Tagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, zweiterer ist im Skiurlaub mit der Studienstiftung. Der Sack. Man ist das jetzt langweilig hier.

Zehntens, ich brauche und ich will einen Divider für meine Schieberseife. Aber ich weiß nicht wie man bei Salina bestellt und ich habe mich noch nicht durchgerungen einfach zu fragen. Das ist doch peinlich. Ich kann ja nicht einfach schreiben: Hey wie bestellt man denn bei Dir? Oh a propose Dutzen. Für das Internet habe ich eine seltsame Doppelmoral entwickelt.

Elftens: Wenn man im Stress ist, tut man unglaublich bescheuerte Dinge. Wie zum Beispiel Empfänger und Absender auf einem Knopfpäckchen vertauschen um das ganze dann wieder an sich selbst zu schicken.... Kopf -> Wand. Liebe Liz, ich habe es jetzt neu gepackt mit einer kleinen Entschädigung für die lange Wartezeit und es macht sich morgen nun hoffentlich endgültig zu dir auf den Weg.

Zwölftens: Spülmaschinen-Wasseransaugventile sind am Liebsten dann verstopft wenn niemand Zeit hat sie zu entstopfen so, dass sich das Geschirr dann in der Küche stapelt, und natürlich auch keine Zeit zum Spülen ist. Wenn dann Zeit zum Spülen ist, ist der Freund auf wundersame Weise auf eine Tagung verschwunden. Gut das ist Zufall, aber ich hasse Spülen doch so!


Ja insgesamt eine sehr lehrreiche Woche. Habt ihr sowas auch manchmal?

2 Kommentare:

Postpanamamaxi hat gesagt…

Hallo Helix,
ich nehm Dich mal in den Arm.
Dein Wochenplan erinnert mich an die Woche mit den schriftlichen Abiturklausuren. Bääh.
Wobei ich Dussel mich dann auch noch auf die Englisch-LK-Klausur vorbereitet hatte und dann morgens feststellen musste, dass wir Bio-LK schreiben sollten. Zitronensäurezyklus. Mitochondriale DNS. Klausurdemenz. Mein Gehirn verwandelte sich in irgendwas Spongiformes und meine Knie waren aus Butter.
Lustigerweise waren es dann Ökologie und Evolution, meine Paradethemen und ich bekam 13 Punkte ohne irgendwas geübt zu haben.
Puuh.

Wegen der Verspätung mach Dir mal keinen Kopf, Geschirrspülmaschinenfehlerbereinigung ist wirklich wichtiger. Ich möchte nicht mehr ohne meine Minna sein. Wobei ich sie mal beinahe gekillt hätte, indem ich mit dröhnigem Kopf schnell mal eben Salz nachfüllen wollte und stattdessen Reiniger in den Salzbehälter füllte. Die Rettungsaktion war einfach nur ekelhaft. Aber effektiv. Ionenaustauscher gerettet. Mein Ing war trotzdem nicht direkt stolz auf mich, aber er hat nicht gemeckert und gemeint, er hätte die Rettungsaktion ebenso gemacht. Aber er hätte niemals Reiniger in den Salzbehälter gefüllt.
Ich denke also in Krisen wie ein Ing, aber bin ansonsten doch nur schussliges Hausfraumuttchentier? Wahrscheinlich waren 100 IQ-Punkte schon im Koma und der Rest reichte dann nicht mehr dazu aus, die Packungsaufschrift zu lesen.
Egal, ging ja noch mal glatt.

Also, mach Dir mal keine Sorgen, hier kommt auch keine Langeweile auf. Und ich habe heute gerade gelernt, dass Bananen radioaktiv sind. Von Natur aus wegen des darin enthaltenen Kaliums. Natürlich nur schwach, aber dennoch so stark, dass die Geräte an Flughäfen ausschlagen. Ummpf. Meine Jungs essen täglich Bananen, mein Kleiner lebt quasi davon.

Aber er leuchtet noch nicht im Dunkeln.

Fazit für mich: Man muss alles relativieren.

Über die Strahlungsmenge, die man abkriegt, wenn man in Urlaub fliegt, redet ja auch keiner, aber über die Röntgenbelastung bei einer Thoraxaufnahme wg. Bandscheibenvorfall denkt man dann doch nach. Dabei sind Flugreisen nun wirklich weniger notwendig als Thoraxaufnahmen.

Unser Halbwissen verleitet uns dazu, Dinge falsch zu relativieren und dann in falsche Panik zu verfallen.

Und auf Statistiken pfeife ich, seitdem mich was erwischt hat, was nur bei 1 zu 200000 vorkommt. Einer muss die 1 sein und die war ich...

Ich drück Dich nochmal...
Postpanamamaxi

Lenerl hat gesagt…

Oh nein, das klingt nach einer absoluten Katastrophenwoche! Du hast mein volles Beileid!

Danke für den Tip mit dem Brotaufstrich. Ich bin gerade richtig heiß aufs testen verschiedener Sorten. Ich muß ja ehrlich gestehen, daß ich jetzt den Aldi-Aufstrich gar nicht mehr mag, seit ich die leckeren Zwergenwiesen gefunden hab ;-)

Ganz liebe Grüße
Elena

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